Zutatenliste und Allergenkennzeichnung - Schnitzer
glutenfreie Ernährung

Wie lese ich die Zutatenliste und Allergenkennzeichnung?

Mehr Informationen

Hier findet du weiterführende Informationen zur Allergenkennzeichnung:

Beispiel 1

Glutenhaltige Zutaten

Unter den Zutaten, aus denen das Produkt hergestellt wurde, befinden sich einige glutenhaltige Bestandteile. Damit ist das Produkt für Zöliakie-Betroffene nicht geeignet.

Daneben enthält es auch Butterreinfett, wäre also bei einer Milcheiweißallergie nicht geeignet.

Gut zu wissen

  • Manche Produkte enthalten eine glutenhaltige Zutat (z.B. Gerstenmalzextrakt), aber gelten dennoch als glutenfrei. Wenn der Gesamt-Glutengehalt im Endprodukt unter dem gesetzlichen Richtwert von 20 ppm (entspricht 20mg Gluten pro Kilogramm Lebensmittel) liegt, gilt es als glutenfrei. Das kommt z.B. bei Schokoladen oder Müslis oder ähnlichem vor. Meist findet man dann auf den Seiten der Hersteller entsprechende Angaben oder auf der Verpackung selbst mit dem Aufdruck „glutenfrei“.

Beispiel 2

Spurensatz

Die Zutatenliste ist zwar frei von glutenhaltigen Bestandteilen, aber der Hersteller gibt an, dass das Produkt Spuren von einem bestimmten Allergen enthalten könnte. Das wird gemacht, wenn es z.B. im Herstellungsprozess wie bei der Abfüllung zu Verunreinigungen kommen kann. Das kann passieren, wenn nacheinander verschiedene Produkte mit und ohne Allergen verpackt werden. Zwar werden die Anlagen dazwischen gereinigt, aber wenn auch Glutenhaltiges verarbeitet wird, kann eine Verunreinigung nicht zu 100% ausgeschlossen werden. Das gibt der Hersteller hiermit an und sichert sich damit auch gegen Haftungsansprüche ab.

Beispiel 3

Keine Spurenkennzeichnung

Wie ich oben bereits geschrieben hatte, ist die Spurenkennzeichnung freiwillig. Das heißt, der Hersteller kann, aber er muss diese nicht angeben. Wenn keine Spurenkennzeichnung vorhanden ist, bedeutet das aber nicht, dass keine Verunreinigungen vorhanden sind. Für dich bedeutet es das gleiche wie in Beispiel 2: man sollte sich absichern, bevor man diese Produkte isst.

Beispiel 4

Spurensatz ohne Gluten

Wenn du weder in der Zutatenliste
noch in der aufgedruckten Spurenkennzeichnung eine glutenhaltige Zutat entdeckst, ist das wieder eine einfache Situation: Du kannst davon ausgehen, dass sich der Hersteller Gedanken gemacht hat, welche Verunreinigungen in seinem Betrieb vorkommen und hat dabei festgestellt, dass bei diesem Produkt keine Verunreinigungen mit Gluten / Weizen etc. vorkommen können. Da die Zutatenliste auch von glutenhaltigen Bestandteilen frei ist, kannst du das Produkt unbedenklich verzehren.

Beispiel 5

Glutenfrei-Symbol

Hier haben wir eine Zutatenliste nach Beispiel 3, die ohne weitere Spurenkennzeichnung für Dich zunächst unsicher erscheint.

Nun hat der Hersteller aber etwas viel Besseres für Dich: Auf der Verpackung sind ein Symbolbild für „Kein glutenhaltiges Getreide“ und zusätzlich die Angabe „glutenfrei“. Das soll verdeutlichen: Dieses Produkt kannst du bedenkenlos essen. Der Hersteller ist sich der gesetzlichen Vorgaben bewusst und sichert damit zu, dass sein Produkt unter dem vorgeschriebenen Wert von maximal 20 mg Gluten pro Kilogramm Lebensmittel liegt.

Symbol der DZG

Noch mehr Sicherheit gibt dir das Symbol der durchgestrichenen Ähre von der DZG. Es ist das europaweit anerkannte und einheitliche Symbol für glutenfreie Lebensmittel.

Die Hersteller müssen zum Erwerb der Lizenz zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben den AOECS-Standard einhalten und werden regelmäßig von unabhängigen Instituten auf die Einhaltung des AOECS-Standards überprüft. Nur dann dürfen sie die DZG-Ähre verwenden und dieses Symbol mit der internationalen Registrierungsnummer unter der durchgestrichenen Ähre auf ihren Produkten aufdrucken.

Gut zu wissen

  • AOECS ist die Abkürzung für Association of European Coeliac Societies. Sie ist der Dachverband von über 30 europäischen Zöliakie-Gesellschaften und setzt sich unter anderem für eine einheitliche und sichere Kennzeichnung von glutenfreien Lebensmitteln ein. Auch die deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) ist der AOECS angeschlossen.

Weizenmehl besteht nicht ausschließlich aus Gluten. Neben dem Eiweiß enthält Mehl vor allem viele Kohlenhydrate und damit Stärke. Technisch ist es möglich, nahezu das gesamte Eiweiß und damit das Gluten aus dem Mehl zu entfernen, so dass nur Stärke übrigbleibt. Einigen Gebäcken wird Weizenstärke zugefügt, da das die Backeigenschaften verbessert und damit ein angenehmeres Mundgefühl ergibt, wie man es von konventionellen Backwaren gewöhnt ist.

Die Trennung von Eiweiß und Stärke gelingt allerdings nicht vollständig, so dass in der Weizenstärke ein minimaler Restgehalt an Eiweiß und damit auch an Gluten verbleibt. Glutenfreie Backwaren, die Weizenstärke enthalten, erhalten das glutenfrei Symbol der durchgestrichenen Ähre, wenn der Glutengehalt nachweislich unter der gesetzlichen Grenze von 20 ppm liegt.

Dr. Stephanie Baas

Dr. Stephanie Baas

Ärztin und Zöliakie-Expertin

Ich habe fast 20 Jahre lang die medizinische Beratung bei der DZG durchgeführt und konnte in dieser Zeit viel praktische Erfahrung sammeln.