Makronährstoffe in der glutenfreien Ernährung - Schnitzer

Makronährstoffe in der glutenfreien Ernährung

Welche Fette brauchst du wirklich? 

Fette sind ein weiteres Thema, auf das du bei deiner glutenfreien Ernährung ein Auge haben solltest. Fett hat eine hohe Energiedichte, nämlich pro Gramm mehr als doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. 

Gut zu wissen!

Was sind gesättigte und ungesättigte Fettsäuren?

Hier kommt etwas Chemie ins Spiel: Bei den gesättigten Fettsäuren kommen keine Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen vor. Einfach ungesättigte Fettsäuren haben eine Doppelbindung, mehrfach ungesättigte mehrere Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen.  

Zu den Kohlenhydraten zählen die verschiedenen Zucker und Stärken. Einfache Zucker kann unser Darm sehr leicht aufnehmen, der Blutzucker steigt daraufhin relativ schnell an. Das ist z.B. beim Traubenzucker (Glukose) der Fall. Doppelzucker müssen zunächst gespalten werden und können danach erst als Einfachzucker resorbiert werden. Ein Beispiel dafür wäre der Milchzucker (= Laktose), der durch das Enzym Laktase in die Bestandteile Glukose und Galaktose zerlegt wird. Je komplexer ein Kohlenhydrat ist, also je mehr chemische Bindungen es hat, die vor der Aufnahme an der Darmschleimhaut gespalten werden müssen, umso länger dauert es, bis der Blutzuckerspiegel ansteigt.  

Kurz zusammengefasst

  • Die Eiweißversorgung ist auch in der glutenfreien Ernährung bei den allermeisten Personen ausreichend gesichert. Hochwertige Eiweiße findest du in Hülsenfrüchten wie Linsen, Erbsen und Soja, in (Pseudo-)Getreiden wie Hirse, Amaranth, Quinoa und Buchweizen und in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukten und Eiern.

  • Dein Körper benötigt täglich eine gewisse Menge an gesunden, ungesättigten Fettsäuren. Diese findest du in hochwertigen kaltgepressten Ölen wie Oliven- oder Leinöl, in naturbelassenen Nüssen oder fettem Fisch. Auch die Pseudocerealien Quinoa, Chiasamen und Amaranth oder Saaten wie Leinsamen, Sonnenblumen- und Kürbiskerne enthalten viele dieser essentiellen Fette und versorgen dich damit mit hochwertigen Inhaltsstoffen. Wertvolle Saaten können bereits im täglichen Brot auch hier zu einer guten Versorgung beitragen.

  • Bei den Kohlenhydraten solltest du darauf achten, dass du weniger einfache Zucker zu dir nimmst und eher Brote und andere Produkte mit komplexeren vollwertigen Mehlen aussuchst. Diese lassen den Blutzucker langsamer ansteigen und machen länger satt. 

  • Schon bei der Auswahl deiner glutenfreien Brote und Backwaren kannst du darauf achten, dass sie bereits reich an natürlich vorkommendem Eiweiß, gesunden Fetten und komplexen Kohlenhydraten sind.

  • Eine Unterstützung durch eine erfahrene Ernährungsfachkraft hilft dir dabei, geeignete Lebensmittel und Fertigprodukte auszuwählen, um dich bestmöglich zu versorgen.

Dr. Stephanie Baas

Dr. Stephanie Baas

Ärztin und Zöliakie-Expertin

Ich habe fast 20 Jahre lang die medizinische Beratung bei der DZG durchgeführt und konnte in dieser Zeit viel praktische Erfahrung sammeln.